Trauerbewältigung für Katzen

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Was Katzenhalter oft nicht wissen   –  oder auch unbewusst verdrängen – ist die von vielen gemachte Erfahrung, dass Katzen bei Tod einer Mitkatze oder des Halters regelrecht trauern können. Wo wir Menschen Trost und Halt durch Gespräche mit Familie, Freunden und Bekannte finden, ist eine Katze auf den Trost ihrer Bezugsperson oder einer ihr nahestehenden Person angewiesen.

Verstirbt die Mitkatze, löst der Tod bei der verbliebenen Katze Verwirrung aus. Die zurückgebliebene Katze versteht nicht, warum der Artgenosse nicht mehr da ist, selbst wenn sich der Tod der Mitkatze durch Krankheit angekündigt hat.

Durch den Tod des Halters bricht für die Katze eine Welt zusammen, denn sie hat nicht nur ihre Hauptbezugsperson verloren, sondern verliert dann meist auch ihre gewohnte Umgebung. Denn ist der Halter verstorben, gibt es nicht immer einen Angehörigen, der die Katze aufnimmt, sondern der direkte Weg führt meist ins Tierheim.

Eine Katze muss ihr Verhalten nicht grundsätzlich erkennbar für den Halter ändern, wenn die Mitkatze verstorben ist. Manche Katzen verhalten sich trotz Trauer weiterhin wie bisher. Sie gehen ihrer täglichen Routine wie immer nach. Andere Katzen ziehen sich immer mehr in sich selbst zurück und bedürfen der Aufmerksamkeit und Liebe des Halters. Wieder andere Katzen blühen regelrecht auf und werden offener und selbstbewusster. Diese Katzen hatten sich im Zusammenleben mit der verstorbenen Mitkatze eher immer untergeordnet, als sie selbst zu sein.

Es ist nachgewiesen, dass Katzen zwischen 3 und 12 Monaten trauern können. In diesem Zeitraum ist es sehr wahrscheinlich, dass die trauernde Katze keine neue Katze akzeptiert. Die neue Katze wird als Eindringling und Störenfried oder gar als Feind betrachtet und entsprechend grob behandelt.

Daher sollte der Katzenhalter mit viel Einfühlungsvermögen und Beständigkeit mindestens 3 Monate, wenn nicht sogar 1 Jahr, warten, bevor eine neue Katze einzieht. Ansonsten kann es zu starken Konflikten kommen. Denn je nach Alter, Charakter und körperlicher Verfassung kann es passieren, dass sich die trauernde Katze völlig zurückzieht und sich aufgibt. Aber auch starke Aggression, übermäßiges Putzen und Lecken bis zur Selbstverletzung sind mögliche Reaktionen auf den verfrühten Einzug einer neuen Mitkatze.

Wichtig ist es für die trauernde Katze viel Körperkontakt (sofern von der Katze zugelassen und gewünscht) und Aufmerksamkeit (bitte auch nicht Übertreiben) sowie Zuwendung vom Halter zu bekommen. Zusätzlich können Bachblüten und Licht unterstützend eingesetzt werden. Bachblüten und eine kleine Lichttherapie helfen der trauernden Katze oftmals, mit ihrer eigenen Trauer und der Trauer des Halters umzugehen.

Als Katzenhalter sollte man nicht versuchen, die eigene Trauer zu unterdrücken oder sie nicht zu zu lassen. Unsere Katzen spüren, dass auch der Halter trauert. Und gemeinsam ist es für Katze und Halter einfacher, die Trauer um die verstorbene Katze zu verarbeiten.

Tina Krogull – http://www.meinekatzeundich.de

Ein Gedanke zu „Trauerbewältigung für Katzen“

  1. Ich möchte euch gerne meinen besonderen Fall schildern, der einige der Theorien widerspricht: Als ich von einem auf den anderen Tag die Mitkatze meines Katers Charlie wegen Krebs einschläfern musste, reagierte er so stark, dass ich um sein Leben bangte. Er wollte nicht spielen, fressen oder trinken und man sah ihm förmlich an, dass er trauerte.
    Also brauchte er so schnell wie möglich wieder – nicht nur meine – sondern auch kätzische Gesellschaft. Und obwohl Charlie schon 11 Jahre alt war, habe ich mich für ein kleines Katerchen entschieden, das er auch nach kurzer Unsicherheit und Fauchen sofort adoptiert und aufgezogen hat als ob die Mutter wäre. Leider ist das jetzt schon weitere 12 Jahre her und mein geliebter Charlie ist im letzten Sommer über die Regenbogen Brücke gegangen. Ich vermisse ihn noch immer sehr…

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