Katzenmilch – Die Milch für Katzen

Artikelfoto: © Simone Klose

In diesem Artikel soll es um Milch für Katzen gehen. Hier sollen einige Fragen geklärt werden, die sowohl Katzenmilch als auch “normale” Milch betreffen.

Am Thema “Milch für Katzen” scheiden sich bekanntlich die Geister. Viele Katzenfreunde haben die Erfahrung gemacht, dass die Fellnasen von Milch Durchfall bekommen, eher weniger fressen, dick werden und ähnliches. Deswegen gibt es spezielle Katzenmilch, die – wie die Hersteller sagen – von eigentlich allen Katzen vertragen wird, da sie keine Laktose enthält. Ob das mit dem Durchfall daran liegt, dass Katzen von Natur aus eine Laktoseintoleranz haben, weiß ich nicht genau. Denn es wird auch berichtet, dass einige Katzen problemlos Milch vertragen, egal ob sie Katzenmilch, Frischmilch, fettarme Milch, laktosefreie normale Milch, Kondensmilch oder haltbare Vollmilch bekommen.

Außerdem mögen nicht alle Katzen alle Milchsorten! Meine Katzen z. B. unterscheiden zwischen verschiedenen Milchsorten. Kondensmilch lieben sie (bekommen diese aber nur sehr selten als Leckerli), Frischmilch hingegen wird verschmäht, ebenso wie fettarme Milch und haltbare Vollmilch. Katzenmilch nehmen sie zwar an, doch hier gilt bei meinen beiden “Wenn ich nicht 100 % Lust drauf habe, trink ich’s nicht!” Normale lactosefreie Milch wird von meinen Fellnasen zwar beschnuppert und auch mal kurz angeleckt, dann aber stehen gelassen, meist mit einem Blick, der besagt “Hab ich dir irgendwas getan oder warum willst du mich vergiften?” Außerdem habe ich bisher noch keine Reaktionen in Form von Durchfall, Darmproblemen oder Ähnlichem bei meinen Katzen nach dem Genuss von Milch beobachten können. Ausnahmen bestätigen anscheinend auch hier die Regel.
Im Gegensatz zu meinen beiden trinkt der Kater einer Bekannten aber sehr gerne Katzenmilch! Er überschlägt sich jedes Mal fast, wenn er sein Schälchen “WhiKaMi” (wie meine Bekannte es abkürzt) bekommt. Allerdings scheint es auch hier verschiedene “Geschmacksrichtungen” zu geben, denn der besagte Kater trinkt nicht jede Katzenmilch. Die von Whiskas liebt er über alles, während andere Marken meist verpönt werden. Eine bekannte Marke aus dem Fressnapf-Sortiment wird von ihm nicht mal angeschaut. Außerdem hat meine Bekannte festgestellt, dass der Kater auch nicht alle Katzenmilchsorten verträgt. Ein Versuch, ihm Katzenmilch aus dem Netto-Sortiment zu geben, schlug in sofern fehl, als dass die Milch nach kurzer Zeit wieder herauskam … und zwar oben. Andere Katzen (meine eigenen eingeschlossen) vertragen diese Milch wunderbar!

Allgemein jedoch gilt Katzenmilch als leicht verträglich, ist nicht über die Maßen teuer und wird von vielen Katzen geschätzt. Dennoch ist sie für Katzen kein Getränk im eigentlichen Sinne, denn sie ist relativ fetthaltig. Somit sollte sie nur in Maßen z. B. als Leckerli gegeben werden. Andererseits enthält Katzenmilch, im Gegensatz zu normaler Milch, keine Laktose, was für die Katzen viel gesünder ist.

Wer seinen Miezen allgemein keine Milch geben möchte, ihnen aber dennoch ab und zu Leckerlis in “milchähnlicher” Form geben möchte, kann auf Joghurt, Quark, Hüttenkäse und andere möglichst lactosefreie Milchprodukte zurückgreifen. Diese sind allgemein gesünder für die Tiere. Gerade Hüttenkäse hat zudem den Vorteil, dass er gut für die Verdauung ist. Meine Giny z.B. frisst sehr gerne Hüttenkäse. Charly hingegen bevorzugt Quark.

Allerdings kann man der Katze (und somit auch sich selbst) die Wirkung von Milch mit Laktose auch zunutze machen. Wenn die Katze nämlich unter Verstopfung leidet, kann man so versuchen, die Darmbewegungen wieder anzukurbeln. Vorher muss man jedoch mit einem Tierarzt darüber reden und untersuchen lassen, woran die Verstopfung liegt. Sind keine Geschwülste, Verschlingungen oder allgemein krankhafte Veränderungen zu erkennen, kann man es im Normalfall mit Milch versuchen, bevor man auf “die chemische Keule” zurückgreift.

Zudem soll es einen Unterschied geben, was den Milchgenuss angeht, zwischen gesäugten Katzen und Handaufzuchten. Mir wurde von einer Katze berichtet, die als Handaufzucht zu ihrer Besitzerin kam und wesentlich lieber Milch trinkt, als ihre nicht von Hand aufgezogenen Artgenossen (2 Kater). Die Katze ist jetzt etwa 1,5 Jahre alt und offenbar nie richtig “entwöhnt” worden, denn sie stubst ihre Besitzerin noch heute mit einer ganz bestimmten Kopfbewegung an und gibt kittenähnliche Gurrlaute von sich, wenn sie Milch haben möchte. Das tun die beiden Kater nicht. Die Kater bevorzugen eher Käse und Quark, anstatt Milch. Ob das nun damit zusammenhängt, dass die Kätzin von Hand aufgezogen wurde und die Kater nicht, kann ich nicht sagen, aber es sieht zumindest so aus.

Fazit:
Katzenmilch ist gesünder als normale Milch, sollte aber nicht als Getränk für die Katzen gegeben werden. Der eigentliche Durstlöscher für Katzen ist und bleibt … Wasser! Als Leckerli darf Katzenmilch aber gegeben werden!

10 Irrtümer zum Thema “Katzen und Milch”

1. Alle Katzen lieben Milch!

– Falsch. Manche Katzen mögen gar keine Milch, weder spezielle Katzenmilch noch Kondensmilch, fettarme Milch oder Frischmilch. Sicher, Katzen können nur süß, sauer und salzig als Geschmacksrichtungen wahrnehmen, doch warum sollte das heißen, dass sie alle z. B. süß bevorzugen?

2. Wenn eine Katze keine Milch bekommt, wird sie krank!

– Falsch. Katzen benötigen nur im Welpenalter in den ersten Lebenswochen Milch, danach nicht mehr. Ihr Verdauungsapparat kann danach die Milch nicht mehr richtig verwerten, da die Katze keine Laktase (ein Enzym zum Abbau von Laktose – also Milchzucker -) mehr bilden kann, sobald sie von der Muttermilch entwöhnt ist. Außerdem ist die Muttermilch der Katzen speziell auf die Phase der ersten Lebenswochen zugeschnitten, nämlich auf gesundes und möglichst schnelles Wachstum, weshalb sie viele Proteine enthält.

3. Alle Katzen bekommen Durchfall von Milch!

– Nein. Erfahrungen zeigen, dass nicht alle Katzen automatisch von Milch Durchfall bekommen. Eher von zu viel Milch und eben Milch mit Laktose. Allerdings bekommen sehr viele Katzen allgemein von Milch “Darmgrummeln” und Blähungen! Das liegt – wie gesagt –  an der Laktose. Doch das kann man sich und der Katze bei Verstopfung zunutze machen.

Jedoch spricht nichts dagegen, einer Katze hin und wieder ein Schälchen laktosefreie Milch als Leckerli zu geben. Wie bei uns Menschen gilt auch hier: Sündigen ist erlaubt, sofern es in Maßen ist!

4. Katzenmilch heißt so, weil sie spezielle Aufzuchtmilch für Kitten ist!

– Falsch! Katzenmilch ist KEINE Aufzuchtmilch für Kitten. Sie ist als Leckerei für größere/ältere Tiere gedacht. Spezielle Aufzuchtmilch für Kitten bekommt man beim Tierarzt und im guten Fachhandel zu kaufen. Aufzuchtmilch heißt auch nicht “Katzenmilch” sondern “Aufzuchtmilch” oder “Ersatzmilch zur Kittenaufzucht”.

5. Katzenmilch ist Milch von Katzen!

– Falsch. Katzenmilch ist nicht – wie viele annehmen – Milch, für deren Gewinnung Katzen quasi “gemolken” wurden. Katzenmilch ist eigentlich normale Milch, die speziell zubereitet wurde, um für Katzen verträglich zu sein.

6. Katzen werden von Milch fett!

– Nicht immer. Auch hier ist wieder die Häufigkeit das Maß der Dinge. Von hin und wieder einem Klecks Milch wird keine Katze “fett”, wohl aber von häufigem Genuss und wenig Bewegung!

7. Milch ist für Katzen das Hauptgetränk!

– Falsch. Milch ist für Katzen kein Getränk im eigentlichen Sinne, sondern Futter. Das Hauptgetränk der Katzen ist Wasser!

8. Gesäugte Katzen nehmen im Erwachsenenalter eher Milch an, als von Hand aufgezogene Tiere!

– Nicht immer. Erfahrungen zeigen, dass es auch andersrum sein kann. Generell ist hier allerdings kein direkter Zusammenhang zu erkennen. Ob eine Katze Milch annimmt oder nicht, ist eher eine Geschmacksfrage.

9. Katzen trinken und fressen generell weniger, wenn sie regelmäßig Milch bekommen!

– Nicht immer. Wenn der Milchkonsum nicht zu hoch ist, fressen und trinken die Tiere ganz normale Mengen. Wie viel allerdings normal ist, hängt sowohl von der Katze als auch vom Fütterungsverhalten des Besitzers ab.

10. Katzen dürfen keinen Käse fressen, denn da ist ja auch Milch drin!

– Ja und nein. Auch hier ist wieder die Menge und Häufigkeit das Maß der Dinge und welche Käsesorte gefüttert wird. Hüttenkäse vertragen die meisten Katzen problemlos, weil darin wenig bis gar keine Laktose enthalten ist. Weichkäse und Schnittkäse vertragen nicht alle Katzen (viele mögen beides nicht) und Hartkäse ist allgemein am schwersten verträglich.

Allerdings sollte man mit Käse bei Katzen generell sparsam umgehen, aufgrund des relativ hohen Salzgehalts. Zuviel Salz kann die Nieren schädigen, und da Katzen  nicht – wie wir Menschen – “richtig” schwitzen, können sie das Salz auch nur schwer wieder abgeben. Wer auf  “Nummer sicher” gehen möchte, kann statt “normalem” Käse lactosefreien Käse geben.

Bianca Kuntze

2 Gedanken zu „Katzenmilch – Die Milch für Katzen“

  1. Ja, Jacky da hast du Recht das ist wirklich interessant und lehrreich. Danke Bibi. 😉 Shyanne liebt aber ihre Katzenmilch, ohne geht gar nicht. Da wird dann so lange nervend rumgeschrieen bis sie endlich ein Schälchen hat. Sie frisst aber auch sonst kein Nassfutter. Habs jetzt schon mal mit 2 verschiedenen Sorten mit Joghurt Soße bzw. Gelee versucht, aber nix da. Die rümpft dann nur das Näschen. Muss es jetzt noch mal mit dem von dm versuchen. Weil hab mir gedacht, dass Joghurt ja so ähnlich ist, wie Milch. Hab es auch schon mit vielen anderen Sorten versucht, von sauteuer bis super billig, aber nix frisst die Prinzessin oder hat vielleicht von euch noch hemand nen Tipp wie ich die Dame zum Nassfutterfressen animieren kann?!
    Kg Svenja

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