Interview mit Petter Bjällö

Artikelfoto: © Petter Bjällö

Noch zu Zeiten des Katzenmagazins Katzeneltern, konnte ich Petter für ein Interview gewinnen. Das soll natürlich nicht in der Schublade landen, sondern hier auf meiner Homepage weiter jedem zur Verfügung stehen.

Petter wird uns erzählen, wie er auf die Katz‘ gekommen ist, und was ihn mit diesen tollen Tieren verbindet.

Aber zunächst einmal zu Petter Bjällö … denn vielleicht kennen  ihn einige von euch  nicht. Kann ja nicht nur von mir ausgehen.

Petter wurde im April 1975 in Schweden geboren und absolvierte dann in der Zeit von 1995-1999 seine Musicalausbildung an der Ballettakademie in Göteborg.

Seine erste Rolle 1999 spielte er in dem Musical „Annie“ im Teater Göta Lejon in Stockholm.

Foto: © Petter Bjällö

Weitere Rollen in den Musicals „Der Glöckner von Notre Dame“, „Elisabeth“, „AIDA“, „Sondheim’s Marry me a little“ und „Kiss me Kate“ folgten in den Jahren von 2000-2005 – aber dann bereits in Deutschland.

Auch auf der Freilichtbühne in Tecklenburg war Petter Bjällö in der Rolle des Sir Lionel in der Aufführung „Camelot“ zu bewundern (2005). „Die Schöne und das Biest“ wurde ebenfalls eines seiner Projekte in der Zeit von 2005-2007.

Erst kürzlich endete seine Zeit (2009-2011) bei „Wicked – Die Hexen von Oz“, wo er u.a. den Zauberer und Dr. Dillamonth verkörperte.

Damit Petters Werdegang auch komplett ist, sollten seine Auftritte bei der „Musical-Hautnah-Gala-Tour“ 2007-2008, „Musical Highlights“ 2008-2009, „Musical Highlights Gala-Tour“ 2012 und seine Teilnahme 2008 beim „Musical Showstar“ im ZDF nicht unerwähnt bleiben.

Wie aus seiner Vita erkennbar ist, ist Petter ein sagenhafter und renommierter Musicalsänger und sehr gefragt in der Branche – nur wie lässt sich das alles mit einer Katze unter einen Hut bringen? Ist sie immer mit dabei oder hat Petter sogar einen Catsitter engagiert? All dem werden wir nun im folgenden Interview auf den Grund gehen.

Simone:
Hallo lieber Petter, erst einmal vielen Dank, dass du dir ein wenig Zeit für mich nimmst.

Petter:
Gerne!  Ich habe jetzt gerade das Stück “Friedrich – Mythos und Tragödie” in Potsdam zu Ende gespielt, wo ich August der Starke – aber auch Friedrich der Große und Voltaire – darstellen durfte.
Diesmal konnte ich ja in Berlin wohnen bleiben und Gucci musste nicht mitziehen.  Aber er ist in seinem Leben eigentlich immer dabei gewesen, egal ob in Essen, Tecklenburg, Wien oder Köln – ich komme nicht ohne meinen Kater!  Aber als ich zuletzt mit meiner „Musical Highlights-Tour” 2 Monate unterwegs war, hatte ich eine Catsitterin in Berlin.

Simone:
Hoffentlich war das Stück ein Erfolg gewesen und es hat dir Freude gemacht in diverse Rollen schlüpfen zu dürfen.
Ja – um Gucci soll es heute gehen, aber auch um die Beziehung zwischen euch beiden. Erzähle uns doch mal ein wenig von ihm. Wie alt ist Gucci und welcher Rasse gehört er an? Was magst du besonders an ihm und was nervt dich gewaltig?

Foto: © Petter Bjällö

 Petter:         
Erst einmal muss ich “Gucci” als Namen erklären; es war der G-Wurf vom Züchter, und es wurde mir gesagt das Katzennamen immer ein -sch oder -ch drin haben sollten, weil sie das am besten hören können. Daraus kam der Name Gucci!
Mein Kater ist schon 11 Jahre alt und gehört zu der Rasse “Britisch Kurzhaar”, diese Rasse ist halt sehr ruhig, gelassen und sehr verschmust und perfekt als “Wohnungskatze”.
Er ist herrlich – apportiert wie ein Hund und lässt sich ruhig bürsten und die Krallen kürzen.  Aber manchmal findet er, dass ich ihn schon um 7 Uhr in der Früh füttern sollte, und gibt keine Ruhe, bis in dem (bereits vollen) Napf ein paar “frische” Trockenfutterkörner obendrauf  liegen …

Simone:
Ich denke bei der Wahl eines Katzennamens hört man viel von verschiedenen Seiten, aber das mit dem –sch und –ch habe ich auch schon mal gehört. Es sollen auch Namen mit –i am Ende sehr gut von Katzen hörbar sein. Gut unsere – übrigens auch eine BHK – heißt Dorina und hier ist keine der „Vorgaben“ zum Tragen gekommen. Muss dazu sagen unser „Bärchen“ wurde vom Züchter bereits so getauft. *grins*
Ja, fressen können die Fellnasen zu den verrücktesten Zeiten und sind teilweise sehr wählerisch. Jedenfalls kann ich dies von Dorina sagen.
Mit der ruhigen Art gebe ich dir auch vollkommen recht. Die BKHs sind auch sehr kinderlieb und somit perfekte „Familienkatzen“ – ich weiß, wovon ich spreche. Liebebedürftig sind sie eh …

Petter, warum hast du dich eigentlich für eine Katze entschieden, als die Wahl eines Haustieres anstand? Warum bist du kein Herrchen eines Hundes, Hamsters oder Vogels?

Petter:
Wegen meines Berufs bin ich manchmal sehr beschäftigt und hätte keine Zeit mit einem Hund Gassi zu gehen, und Vögel esse ich lieber …

Simone:
Okayyyyyy … *grins*

Ist Gucci deine erste Katze? Wie alt warst du, als du deine erste Katze bekommen hast?

Petter:
Nein, ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und da hatten wir immer Katzen, die allerdings nicht ins Haus durften …
Unser Schäferhund passte auch gerne auf die kleinen Kätzchen auf, wenn die Katze unterwegs war. Sie schliefen dann sicher und ruhig unter dem Schwanz unserer Hündin “Simba”.
Später hatte ich eine schwarze Katze –  “Morticia”, die auch reindurfte.

Simone:
Somit kennst du Katzen, seitdem du ein kleiner Junge warst, und hast sie lieben gelernt. Das finde ich herrlich.
Gerade habe ich das Bild von eurer Simba und den kleinen Kätzchen vor mir – das muss äußerst süß gewesen sein. Um hier noch mal von Dorina zu berichten – sie hatte auch einen Ziehhund – eine Schäferhündin, der es sichtlich schwerfiel, als wir die kleine Dorina beim Züchter abgeholt hatten. Noch heute habe ich das Gefühl, Dorina benimmt sich in manchen Situationen sehr wie ein Hund.

Wer war eigentlich zuerst in deinem Leben da – dein Partner oder dein Kater?

Petter:          
Der Kater war zuerst da! Aber er ist nicht eifersüchtig, er lässt sich auch von jedem streicheln.

Simone:
War Gucci schon einmal schwer krank? Wenn ja, … was hatte er? Erzähl mal kurz!

Petter:
Nein, er war immer fit, aber faul …

Simone:
Da kannst du aber von Glück reden. Schließlich ist man immer selber sehr betroffen, wenn es seinem Schützling nicht gut geht.

Wie kommt Gucci damit zurecht, dass du öfter nicht daheim bist, sondern beim Proben oder unterwegs? Wer passt dann auf ihn auf, oder kommt er mit dir mit? Von einer Cattsitterin hast du ja bereits berichtet. *smile*

Petter:          
Wenn ich über Nacht wegbleiben muss, dann habe ich total nette Nachbarn, die  vorbeikommen, um zu füttern und zu streicheln. Die sind sogar ein bisschen traurig, wenn ich wieder da bin, und sie nicht mehr mit Gucci schmusen können …

Simone:
Ein paar gute Seelen sollte man immer im Haus haben. Und es geht nichts über tierliebe Nachbarn. Gott sei Dank haben auch wir welche von der „Gattung“.

Könntest du dir ein Leben ohne Gucci vorstellen?

Petter:          
Schwierig, aber der Tag wird ja irgendwann da sein … hoffentlich aber erst in 10-15 Jahren.   ;-D

Simone:
Das kann ich dir und Gucci nur wünschen.

Eine etwas heikle Frage … wenn Gucci irgendwann den Weg über die Regenbogenbrücke geht, kannst du dir vorstellen, dass du dir dann eine andere, „neue“ Katze anschaffen wirst? Manchen Menschen sagen dann ja: „Nein ich möchte nie wieder ein Tier haben!“ Mir selber ging es auch so, als meine Rosi sehr jung starb. Ich wollte mindestens ein Jahr warten, bis ich mich auf eine neue Miez einlasse, und was passierte – keinen Monat später tapste schon Dorinchen durch die Wohnung.

Petter:
Sicher!  Meine Schwester hat “Türkisch Van”-Katzen, und die sind unheimlich süß!

Simone:
Jetzt habe ich schnell mal „Onkel Google“ befragen müssen, denn die Rasse Türkisch Van war mir nicht bekannt. Die sind echt todschick. Für alle Interessierten hier ein Link zu Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Türkisch_Van.

Und eine letzte Frage noch Petter.
Wie stehst du dazu, dass einige Menschen sich dazu entscheiden „ihre“ Katze aus dem Tierheim zu holen und ihr ein neues Zuhause geben wollen, wobei andere lieber den Weg zum Züchter gehen?

Petter:
Das hätte ich auch getan, wenn ich die Möglichkeit hätte, sie sicher rauszulassen, aber in der Stadt ist das schwierig.
Wenn ein Tier daran gewohnt ist rein- und rauszugehen, fände ich es gemein es einzuschließen.  Sollte ich wieder auf einem Bauernhof leben, wäre das anders. Genau deswegen habe ich auch eine “Hauskatze” vom Züchter geholt, weil er gut damit umgehen kann drinzubleiben und er mir auch das Umziehen nicht übel nimmt, er mag sogar seinen Transporter!

Simone:
Es ist mir auch schon sehr oft aufgefallen, dass Heimkatzen meist Freigänger sind. Und du hast vollkommen recht, wenn du sagst, dass Freigänger nicht eingesperrt werden und zur Hauskatze „umfunktioniert“ werden sollten.
Wobei es auch manchmal „Ausnahmen“ gibt – sprich Wohnungskatzen, die leider ins Tierheim kamen, weil ihre Besitzer z. B. verstorben sind.

Ich bedanke mich recht herzlich für das nette virtuelle Gespräch mit dir Petter und wünsche dir und Gucci noch eine lange und tolle gemeinsame Zeit.

Petter:          
Ich habe zu danken!


Das war es nun liebe Leser. Hoffentlich hat euch das Interview genauso viel Freude gemacht wie mir.

Eure Simone

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