Sri Lanka & Nassfutter

Erfahrungsbericht “Katzenernährung”

Artikelfoto: © Wilfried Keßeler

Erfahrungsbericht zum Thema “Katzenernährung”
[von Wilfried (DoWi) Keßeler]

*Der ganz normale Dosenöffner*

In vielen Foren, Blogs, Zeitschriften etc. lese ich immer wieder die ganzen Be­richte zu Futter, Futterarten, speziellen Ernährungsmethoden, was gut und schlecht ist und überhaupt.
Nun muss ich mich als ganz normaler Katzenhalter fragen, ob denn das, was ich da zu lesen bekomme, für mich eigentlich wichtig ist. Für mich respektive meine Katze(n).
Vorab kurz zu meinen Samtpfoten in meinem Leben: Im Januar 1992 habe ich meine ersten beiden Hauskatzen – beide waren circa 5 Monate alt – aus dem Tierheim geholt. Bianca starb leider im April 2006 mit bald 15 Jahren, Sri Lanka starb mit fast 19 im April 2010. Seit Juli 2010 lebt meine Sardin(e) Mica bei mir, geboren im August 2005.

Da ich ja ein ganz normaler Mensch bin – hoffe ich zumindest mal – kaufe ich für mich sehr viele meiner Lebensmittel im Supermarkt hier im Ort. Und flitze nicht für jedes Detail in ein Fachgeschäft oder einen Delikatessenshop.
Erstens, weil mir der Beschaffungsaufwand zu groß ist oder wäre, zweitens auch aus Preisgründen.
Wenn ich denn im Supermarkt meines Vertrauens bin, dann kaufe ich dort na­türlich auch (überwiegend) mein Katzenfutter. Also das für meine Katze.
Denn warum soll ich wegen des Katzenfutters nun das tun, was ich nicht mal für mich selbst mache: in einen (teuren) Spezialshop gehen?

So kaufe ich dann meine Lebensmittel für mich und im Katzenregal das Futter für Mica.
Dabei schaue ich bei meinem Essen nicht großartig auf die Inhaltsetiketten, was da nun alles drinnen ist oder auch nicht. Denn dann würde ich wohl über kurz oder lang verzweifeln. Weil ich vielleicht vieles als wenig positiv emp­finden würde oder aber auch nicht verstehe. Wichtig ist mir das Haltbarkeitsda­tum, ansonsten eher wenig.
So verfahre ich auch beim Katzenfutter. Denn auch dort habe ich wenig Lust, mir all die Inhaltsstoffe zu Gemüte zu führen oder gar aufgrund von Nicht­wissen zu verzweifeln.
Nun kann man natürlich sagen, dass ich ein oberflächlicher Mensch bin, ein ebenso oberflächlicher “Dosenöffner”. Gut, kann ich dann mal so tolerieren.
Es ist aber so, dass ich bisher lebensmitteltechnisch für mich selbst noch nie Probleme festgestellt habe, ebenso wenig bei meinen Katzen respektive nun bei meiner Mica.

Futterauswahl
Foto: © Wilfried Keßeler

Ich kaufe dort im Supermarkt eine Mischung aus Hart- und Nassfutter, immer wieder auch mal neue Dinge, die mich aus dem Regal heraus “anspringen”. Und so hat sich dann bisher immer das ergeben, was meine Mädels so fraßen, Mica frisst.

Futter wird bei mir übrigens nicht zu bestimmten Zeiten gereicht, es steht immer etwas da. Auch wenn das viele vielleicht anders machen und sehen, ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Katze selbst entscheiden soll, wann sie et­was fressen möchte, wenn sie Hunger hat. Schließlich kann auch ich essen, wann ich mag. Ohne dass mir jemand den Kühlschrank oder andere Lagerstät­ten für Nahrung zusperrt. Mit dieser Praxis des Futterangebotes rund um die Uhr hatte ich nie Probleme. Keines der Mädels war zu dick oder war verfressen, die Gewichtsspanne lag immer so zwischen 3 und 4 kg (pro Katze).

Sri Lanka & Nassfutter
Foto: © Wilfried Keßeler

Bei meinen beiden verstorbenen Mädels waren die Futtervorlieben ganz unter­schiedlich: Bianca fraß am liebsten Nassfutter, hierbei auch nahezu alle Sorten und Marken (allerdings bemerkenswerterweise keine Billigprodukte von Aldi), Sri Lanka fraß überwiegend oder mit Vorliebe Trockenfutter. Da Sri Lanka aber zum “Wenigkauen” neigte (mit Brechattacken), hat sich nach langem Rumpro­bieren PERFECT FIT in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen als am besten verdaulich herauskristallisiert. Bianca hingegen fraß auch anderes Hartfutter, wenn es denn dieses mal gab.
Es war auch so, dass beide gleichzeitig aus einem Napf fraßen, was zwar immer etwas gedrängt aussah, aber fast nie zu Problemen geführt hat und beiden Mädels offensichtlich gefiel. Und wenn denn mal eine partout keine Lust zum gemeinsamen Fressen hatte, dann wurde brav gewartet, indem sich Katze neben den Futterplatz legte und gewartet hat, bis denn “frei” war. Es ging (na­hezu) immer gesittet und ohne Ärger zu und sah auch oft einfach drollig aus.
Zusätzlich zum reinen Katzenfutter fraßen beide auch gerne mal etwas Koch­schinken, Fleischwurst oder auch Hühnchen, ab und an auch Käse oder Quark. Immer aber in eher geringen Mengen … lediglich Sri Lanka konnte einem beim Füttern mit Kochschinken schon ganz nett zeigen, wie sehr sie ihn mag und dass es auch gerne etwas mehr sein darf. Denn das Füttern aus der Hand war dabei sehr oft angesagt und da konnten sich schon mal die Krallen von Sri Lanka in den Fingern von DoWi wiederfinden. Trotzdem war das natürlich nicht regelmäßig angesagt, hauptsächlich gab es Katzenfutter.

Mica trinkt
Foto: © Wilfried Keßeler

Bei Mica (die seit circa 2 Jahren mit mir lebt) liegt das teilweise etwas anders. Dazu muss man wissen, dass Mica auf Sardinien Freigängerin war, dann als Hauskatze vermittelt wurde und damit auch kein Problem hat. Beim Fressen kennt sie aber eben viele Dinge nicht. So frisst Mica praktisch keine Nahrungs­mittel, die wir Menschen so zu uns nehmen (siehe oben). Beim Nassfutter frisst sie am liebsten ein noname-Produkt mit Jelly, wobei das Fleisch großteils nicht verzehrt wird. Sehr gerne frisst sie auch das PERFECT FIT-Trockenfutter, dann noch Sticks der unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und sehr gerne Knuspertaschen von Whiskas und Dreamies.
Den Stick gibt es immer morgens bei einem kleinen Jagdspiel: DoWi wirft den Stick durch das ganze Wohnzimmer und Mica flitzt hin und genießt ihn dann. Dieses Spiel hatte ich bei Sri Lanka mal vor vielen Jahren eingeführt und es dann bei Mica auch ausprobiert und – da es geklappt hat – übernommen und beibehalten. Knuspertaschen gibt es in der Regel abends so gegen 20 Uhr. Dabei kniet der DoWi auf dem Boden, Mica stellt sich mit den Vorderbeinen auf DoWis Oberschenkel und frisst Stück für Stück aus der Hand. Und wenn ich es mal vergesse, dann macht sich Mica schon bemerkbar … das hat sich jetzt richtig als Ritual festgesetzt.
Ich habe auch bei Mica viele Marken probiert, beim Nassfutter ist das eher alles sinnlos. Trockenfutter frisst sie auch andere Marken, allerdings biete ich ihr da am liebsten eben dieses PERFECT FIT an, hier in allen Varianten. Bioproduk­te bleiben unbeachtet, werden auf den Schüsseln liegengelassen.
Natürlich probiere ich immer mal wieder was Neues, in der Regel bleiben diese Versuche aber erfolglos. Was mich bestätigt, dass man der Katze nicht etwas aufzwingen soll, nur weil es irgendwo zu lesen ist und weil es gerade “in” ist. Wir verfahren nach dem Prinzip “Trial and Error” und sind so beim derzeitigen Angebot gelandet. Und wenn sich daran mal was ändert, weil Mica etwas anderes akzeptiert, dann ist es ok. Und wenn nicht, dann eben auch!

Aus dem Fressen für seine Katze eine Wissenschaft zu machen, ist nicht mein Ding. Sich Trends zu unterwerfen, weil sie gerade modern sind oder weil ir­gendwer sie gut publiziert, wird bei mir auch weiter nicht beachtet. Und ich bin bei meinen beiden Mädels, die nun leider nicht mehr leben, mit dieser Art und Weise der Ernährung gut gefahren und auch bei Mica klappt das alles wunder­bar. Und mir ist wichtig, dass die Katze gerne das frisst, was sie möchte und nicht das, was ihr der DoWi anbietet, nur um “in” zu sein oder einem schlauen Trend zu folgen. Das können gerne andere tun, bei uns geht es auch mit ganz normalen Produkten ganz gut.
Und für mich gibt es kein richtig und kein falsch. Wer es anders handhabt, macht es eben anders. Ganz einfach.

Wilfried Keßelerhttps://www.facebook.com/sardin.mica

2 Gedanken zu „Erfahrungsbericht “Katzenernährung”“

  1. Mal wieder ein großes Lob an dich Wilfried…super geschrieben und ich denke einige Katzeneltern finden sich in deinen Erzählungen wieder.
    Ich habe z. B. ganz arge Probleme mit meiner Miez was das Fressen anbelangt. Premiumfutter sowieso nicht, da wird die Nase gerümpft und ganz billiges ist auch bäh.
    Lieber Felix oder Sheba, dann aber NUR mit Gelee.
    Nein ehlich ich liebe meine fellige Diva, aber manchmal ist sie sehr schwierig!

  2. .. wie gesagt, es ist halt ein ganz individueller Erfahrungsbericht. Meiner. Und der, den ich mit meinen drei Mädels hatte respektive habe.
    Ich denke, es gibt bei der Ernährung KEIN richtig und kein falsch .. gerade weil Katzen eben sehr eigen sind.
    Bin auf andere Berichte gespannt 🙂

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